Veröffentlicht am 22. September 2026
Bio-Konsum 2025: Erneutes Wachstum bei stabilem Marktanteil
Bio
Nach einer Stabilisierung im Jahr 2024 ist der Schweizer Bio-Markt 2025 wieder moderat gewachsen. Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln im Detailhandel stieg um 2,4 Prozent auf 3,58 Milliarden Franken. Der Bio-Anteil am gesamten Lebensmittelumsatz ist mit 11,6 Prozent stabil geblieben. Je nach Warengruppe entwickelten sich die Umsätze unterschiedlich: Besonders gefragt waren Bio-Produkte aus den Bereichen Öl und Fett, Eier sowie Honig und Aufstriche. Auch bei tiefgekühlten Früchten hat Bio Marktanteile gewonnen.
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Steigende Umsätze im Lebensmittelmarkt
Der Umsatz mit Lebensmitteln ist 2025 angestiegen. Bei den Bio-Produkten stieg er um 2,4 % auf 3,58 Milliarden Franken und übertraf damit deutlich die Wachstumsrate von 2024. Auch das Nicht-Bio-Segment verzeichnete mit einem Umsatzplus von 2,1 Prozent auf 27,27 Milliarden CHF eine merkliche Zunahme.
Insgesamt zeigt die Entwicklung von 2022 bis 2025 einen Aufwärtstrend. Der Bio-Umsatz stieg in diesem Zeitraum von 3,31 auf 3,58 Milliarden CHF, während die Umsätze im Nicht-Bio-Segment von 25,62 auf 27,27 Milliarden CHF zunahmen. Relative gesehen wuchs der Bio-Markt (+ 8,23 %) in dieser Periode somit etwas schneller als der konventionelle Markt (+ 6,43 %), wobei sich das Wachstum seit 2023 verlangsamt hat.
© Quellen: BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen; NielsenIQ Switzerland, Retail/Consumer Panel
Der grösste Umsatzanstieg wurde 2023 verzeichnet. Diese Entwicklung ist primär auf Preiseffekte zurückzuführen: Gemäss dem Landesindex der Konsumentenpreise lag die durchschnittliche Jahresteuerung 2023 bei 2,1 Prozent (Quelle: BFS, LIK). Die höheren Preise führten entsprechend zu einem Anstieg der Umsätze. Die abgesetzten Mengen entwickelten sich hingegen weniger stark: Gemäss NielsenIQ Switzerland nahm die Absatzmenge im Bio-Segment 2023 gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Prozent zu, während sie im Nicht-Bio-Segment sogar um 0,9 Prozent zurückging.
Demgegenüber war der Umsatzanstieg im Jahr 2025 nicht in gleichem Masse auf Preiseffekte zurückzuführen. Der Landesindex der Konsumentenpreise für Lebensmittel nahm zwischen 2024 und 2025 um 0,80 Indexpunkte ab, was bedeutet, dass Lebensmittel im Durchschnitt ein tieferes Preisniveau aufwiesen als zuvor. Bei den Absatzmengen war hingegen in beiden Segmenten eine Zunahme zu verzeichnen. Dabei fiel das Wachstum im Bio-Segment mit 3,4 Prozent stärker aus als im Nicht-Bio-Segment mit 2,2 Prozent. Der Umsatzanstieg im Jahr 2025 ist darauf zurückzuführen, dass insgesamt mehr Lebensmittel gekauft wurden. Dies ist unter anderem auf das Bevölkerungswachstum in der Schweiz zurückzuführen.
Bio-Anteil unverändert
Der Bio-Anteil beschreibt den Anteil der Umsätze im Lebensmitteldetailhandel, der mit Bio-Produkten erzielt wird. Der Anteil beträgt im Jahr 2025 11,56 Prozent und liegt damit marginal über dem Anteil von 11,55 Prozent im Jahr 2024. Seit 2022 beträgt die jährliche Veränderungsrate weniger als 0,1 Prozentpunkte pro Jahr.
Wachsende Bedeutung der Discounter am Bio-Gesamtumsatz
Die Vermarktung von Bio-Produkten kann in drei Absatzkanäle unterteilt werden: klassischer Detailhandel, Discounter sowie Fachhandel & Rest. Zur letztgenannten Kategorie zählen unter anderem Bio-Fachgeschäfte, Bäckereien, Metzgereien, Molkereien sowie Früchte- und Gemüseläden. Eine Analyse der Marktanteile am Bio-Gesamtumsatz zeigt, dass der klassische Detailhandel weiterhin mit Abstand der wichtigste Absatzkanal für Bio-Produkte bleibt. Mehr als vier Fünftel des gesamten Bio-Umsatzes werden im klassischen Detailhandel erzielt. Allerdings ging sein Marktanteil 2025 gegenüber dem Vorjahr leicht zurück, von 87,7 auf 87,2 Prozent.
© Quellen: BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen; NielsenIQ Switzerland, Retail/Consumer Panel
Die Discounter konnten ihre Bedeutung im Bio-Markt in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausbauen. Während ihr Marktanteil 2022 noch bei 6,2 Prozent lag, erreichte er im Jahr 2025 eine Höhe von 7,1 Prozent. Gegenüber 2024 entspricht dies einer Zunahme um 0,6 Prozentpunkte. Die Discounter profitieren von der steigenden Verfügbarkeit von Bio-Produkten und dem Ausbau ihrer Bio-Eigenmarken und festigen damit ihre Position als relevanter Absatzkanal für Bio-Lebensmittel.
Der Fachhandel & Rest verliert weiter an Bedeutung. Der Marktanteil dieses Kanals sank von 7,2 Prozent im Jahr 2022 auf 5,6 Prozent im Jahr 2025. Gegenüber dem Vorjahr betrug der Rückgang 0,2 Prozentpunkte.
Bio-Anteil der Absatzkanäle bleibt konstant
Der Anteil von Bio-Produkten am gesamten Lebensmittelumsatz ist im klassischen Detailhandel nach wie vor am höchsten. Im Jahr 2025 lag der Bio-Anteil bei 13,5 Prozent. Gegenüber 2022 entspricht dies einer Zunahme von 0,37 Prozentpunkten. Seit seinem Anstieg im Jahr 2023 blieb der Bio-Anteil grösstenteils unverändert.
Der Fachhandel & Rest weist den zweithöchsten Bio-Anteil auf. Im Jahr 2025 wurden 12,8 Prozent des Umsatzes mit Produkten aus biologischer Herkunft erzielt. Gegenüber 2022 entspricht dies ebenfalls einer Zunahme von 0,47 Prozentpunkten. Ähnlich wie im klassischen Detailhandel verharrt der Bio-Anteil in diesem Absatzkanal jedoch auf einem stabilen Niveau.
© Quellen: BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen; NielsenIQ Switzerland, Retail/Consumer Panel
Obwohl Discounter für den Gesamtbiomarkt im Jahr 2025 an Bedeutung gewonnen haben, verzeichnen sie weiterhin den niedrigsten Bio-Anteil an Gesamtumsatz des Verkaufskanals. Im Jahr 2025 stammten 4,3 Prozent des Lebensmittelumsatzes aus dem Verkauf von Bio-Produkten.
Umsätze für Bio-Getreide und -Backwaren steigend, im Milchbereich sinkend
Mit einem Umsatz von 554,9 Millionen Franken waren Getreide und Backwaren im Jahr 2025 zum zweiten Mal in Folge die umsatzstärkste Warengruppe im Bio-Segment. Gegenüber 2023 entspricht dies einer Zunahme von 21,9 Millionen Franken beziehungsweise 4,1 Prozent.
Ebenfalls von grosser Bedeutung für den Bio-Markt sind frisches Gemüse und Kartoffeln mit einem Umsatz von 535,2 Millionen Franken Im Jahr 2025. Im Vergleich zu 2023 ging der Umsatz jedoch leicht um 9,3 Millionen Franken beziehungsweise 1,7 Prozent zurück.
© Quellen: BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen; NielsenIQ Switzerland, Retail/Consumer Panel
Zu den grösseren Warengruppen zählen zudem Milchprodukte, inklusive pflanzlicher Alternativen, sowie Fleisch und Fisch, inklusive pflanzlicher Alternativen. Während der Umsatz von Milchprodukten inklusive pflanzlicher Alternativen leicht von 516,5 auf 514,3 Millionen Franken (-0,4 %) zurückging, verzeichneten Fleisch- und Fischprodukte inklusive pflanzlicher Alternativen einen leichten Anstieg von 413,5 auf 417,7 Millionen Franken (+1,0 %).
Ein starkes relatives Wachstum zeigte die Warengruppe Öl/Fett. Der Umsatz stieg von 42,4 Millionen Franken im Jahr 2023 auf 52,9 Millionen Franken im Jahr 2025. Dies entspricht einem Wachstum von 24,8 Prozent und stellt die stärkste Zunahme aller ausgewiesenen Warengruppen dar. Ebenfalls überdurchschnittliche Wachstumsraten verzeichneten Eier (+12,1 %), Honig/Aufstrich (+18,6 %) sowie Schokolade (+18,9 %).
Bedeutungsgewinn im Bio-Anteil von Babynahrung, Öl/Fett und Honig/Aufstrich
Der Bio-Anteil pro Warengruppe beschreibt, wie viel Umsatz innerhalb einer Warengruppe mit Bio-Produkten erzielt wird. Mit einem Bio-Anteil von 65,1 Prozent bleibt Babynahrung auch 2025 die Warengruppe mit dem mit Abstand höchsten Bio-Anteil. Gegenüber 2023 entspricht dies einem Anstieg von 5,6 Prozentpunkten. Damit setzte sich die bereits in den Vorjahren beobachtete Entwicklung fort.
Vergleichsweise hohe Zunahmen des Bio-Anteils konnten zudem bei den Warengruppen Öl/Fett sowie Honig/Aufstrich beobachtet werden. Bei Öl/Fett stieg der Bio-Anteil von 17,3 auf 20,8 Prozent, was einer Zunahme von 3,5 Prozentpunkten entspricht. Auch bei Honig und Aufstrichen nahm der Bio-Anteil deutlich zu und erhöhte sich von 17,7 auf 20,2 Prozent (+2,5 Prozentpunkte). Ebenfalls merkliche Anstiege wurden bei tiefgekühlten Früchten (+2,3 Prozentpunkte) verzeichnet.
© Quellen: BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen; NielsenIQ Switzerland, Retail/Consumer Panel
Rückläufig entwickelte sich hingegen der Bio-Anteil bei den Eiern. Dieser sank zwischen 2023 und 2025 um 0,9 Prozentpunkte auf 26,4 Prozent. Auch bei frischen Früchten (-0,4 Prozentpunkte), Fleisch und Fisch inklusive pflanzlicher Alternativen (-0,1 Prozentpunkte) sowie alkoholischen Getränken (-0,4 Prozentpunkte) gingen die Bio-Anteile leicht zurück.
Marktdurchdringung von Bio nach Segment über die Jahre konstant
Die Marktdurchdringung zeigt, welcher Teil der Einkaufenden ein Produkt auch wirklich kauft: Wenn von 100 potenziellen Kundinnen und Kunden 60 das Produkt kaufen, beträgt die Marktdurchdringung 60 Prozent. Die Marktdurchdringung von Bio-Produkten unterscheidet sich je nach Marktsegment deutlich. Frisches Gemüse weist mit 93 Prozent im Jahr 2025 die höchste Marktdurchdringung auf. Damit kauften über neun von zehn aller Schweizer Haushalte mindestens einmal im Jahr Bio-Gemüse. Die Marktdurchdringung hat jedoch zwischen 2022 und 2025 insgesamt um zwei Prozentpunkte abgenommen.
Ebenfalls eine sehr hohe Marktdurchdringung verzeichnen Brot und Backwaren sowie frische Früchte. Im Jahr 2025 kauften 88 Prozent der Haushalte mindestens einmal Bio-Brot oder Bio-Backwaren und 85 Prozent mindestens einmal frische Bio-Früchte. Im Mittelfeld liegen unter anderem Fleisch und Fisch inklusive planzlicher Alternativen (75 %), Milchprodukte inklusive pflanzlicher Alternativen (72 %), konservierte Nahrungsmittel (70 %) sowie Kochzutaten und Gewürze (69 %). Die Marktdurchdringung dieser Segmente blieb zwischen 2022 und 2025 weitgehend stabil.
© Quellen: BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen; NielsenIQ Switzerland, Consumer Panel
Eine der deutlichsten Zuwachsraten wurde bei Frucht- und Gemüsesäften verzeichnet. Die Marktdurchdringung von Bio-Produkten steig um vier Prozentpunkte und erreichte im Jahr 2025 Werte von 45 Prozent. Auch bei Milchprodukten inklusive pflanzlicher Alternativen (+1 Prozentpunkt) sowie Käse (+1 Prozentpunkt) konnte ein leichter Anstieg beobachtet werden.
Rückläufig entwickelte sich die Marktdurchdringung insbesondere im Convenience-Segment. Der Anteil der Haushalte, die mindestens einmal Bio-Convenience-Produkte kauften, sank von 51 Prozent im Jahr 2022 auf 44 Prozent im Jahr 2025. Dies entspricht einem Rückgang um sieben Prozentpunkte und stellt die stärkste Abnahme aller betrachteten Segmente dar. Ebenfalls rückläufig waren die Werte bei Eiern (-3 Prozentpunkte), frischem Gemüse (-2 Prozentpunkte) sowie Mehl (-1 Prozentpunkt).
Insgesamt zeigt sich, dass Bio-Produkte in vielen Marktsegmenten bereits eine sehr hohe Verbreitung erreicht haben. Gleichzeitig deuten die überwiegend geringen Veränderungen gegenüber 2022 darauf hin, dass die Marktdurchdringung in vielen Segmenten bereits ein hohes Sättigungsniveau erreicht hat.
Fazit
Die Analyse des Schweizer Bio-Marktes 2025 zeigt ein insgesamt vielseitges Bild. Nach der weitgehenden Stagnation im Vorjahr konnte der Bio-Umsatz wieder zulegen und erreichte mit 3,58 Milliarden Franken einen neuen Höchstwert. Gleichzeitig blieb der Bio-Anteil am Lebensmittelumsatz mit 11,6 Prozent stabil.
Innerhalb des Marktes zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen. Getreide und Backwaren behaupteten ihre Position als umsatzstärkste Bio-Warengruppe, während Gemüse und Kartoffeln weiterhin zu den wichtigsten Kategorien zählen, jedoch leichte Umsatzrückgänge verzeichneten. Überdurchschnittliche Wachstumsraten konnten insbesondere bei Öl/Fett, Honig/Aufstrich und Eiern beobachtet werden. Gleichzeitig nahm der Bio-Anteil in Segmenten des Tiefkühlbereichs zu, insbesondere bei Früchten und Gemüse. Dies deutet darauf hin, dass Bio-Produkte auch in Produktkategorien mit höherem Verarbeitungs- oder Conveniencegrad weiter an Akzeptanz gewinnen.
Die Betrachtung der Absatzkanäle zeigt eine fortgesetzte Konzentration des Bio-Marktes auf den klassischen Detailhandel. Während der klassische Detailhandel weiterhin den überwiegenden Teil des Bio-Umsatzes erzielt, konnten die Discounter ihre Bedeutung erneut ausbauen. Der Fachhandel verlor dagegen weiter an Marktanteil. Gleichzeitig bleibt der Bio-Anteil am jeweiligen Lebensmittelumsatz im klassischen Detailhandel deutlich höher als bei den Discountern.
Auch die Analysen auf Ebene der Konsumentinnen und Konsumenten liefern interessante Erkenntnisse. Die Marktdurchdringung von Bio-Produkten ist in zahlreichen Warengruppen hoch. Mehr als vier von fünf Haushalten kaufen jährlich mindestens einmal Bio-Produkte bei frischem Gemüse, Brot und Backwaren sowie frischen Früchten.
Insgesamt bestätigt die Entwicklung im Jahr 2025 die Position von Bio im Schweizer Lebensmittelmarkt. Das erneute Umsatzwachstum bei gleichzeitig stabilem Marktanteil zeigt, dass sich die Nachfrage nach Bio-Produkten auf einem relativ hohen Niveau etabliert hat.
Daten und Grafiken