Veröffentlicht am 7. November 2025

Gastrogrosshandel: Mozzarella klarer Spitzenreiter bei Käse

Milch und Milchprodukte
Im Jahr 2024 hat der Absatz von Käse im Gastrogrosshandel im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent zugenommen. Der Umsatz stieg trotz leichtem Preisrückgang (durchschnittlich −2 %) ebenfalls um 4 Prozent. Mozzarella sticht nicht nur mengenmässig heraus, sondern ist auch Umsatzsieger. In der Kategorie Konsummilch ist UHT-Vollmilch das meistverkaufte Produkt im Gastrogrosshandel.
Fachbereich Marktanalysen BLW
Fachbereich Marktanalysen BLW

© Fotolia

Bemerkungen

Der Schweizer Käsemarkt erfreut sich einer grossen Sortenvielfalt. Der vorliegende Bericht konzentriert sich auf einige der wichtigsten Käse- und Konsummilchsorten, die über diesen Vertriebskanal verkauft werden, und analysiert ihre jeweilige Entwicklung in Bezug auf Mengen und Umsatz. Prodega/Transgourmet, Pistor, Saviva und Aligro bilden die Grundlage der Panelauswertungen und decken rund 80 % des nationalen Grosshandels für die Gastronomie sowie für Institutionen wie Heime und Spitäler in der Schweiz ab. Im vorliegenden Bericht wird dieser Vertriebskanal als «Gastrogrosshandel» bezeichnet. Die Daten stammen von Grossopanel AG in Stans.

Mozzarella ist die am meisten verkaufte Käsesorte im Gastrogrosshandel

Im Jahr 2024 erhöhte sich die Gesamtverkaufsmenge von Käse im Gastrogrosshandel im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Prozent auf 11 873 Tonnen. Der Gesamtumsatz hat ebenfalls zugelegt (+4 % auf 150,11 Mio. CHF). Die meisten analysierten Käsesorten konnten eine Absatzzunahme verzeichnen. Umsatzmässig legten Mozzarella und Gruyère am stärksten zu. So verzeichnete Mozzarella einen Umsatzzuwachs von 5,1 Prozent auf 36,46 Millionen Franken, während der Umsatz von Gruyère um 4,9 Prozent auf 14,46 Millionen Franken stieg.
Als die mit Abstand meistverkaufte Käsesorte in diesem Vertriebskanal erzielte Mozzarella die grösste Verkaufs- und Umsatzmenge. Im Jahr 2024 betrug der Anteil von Mozzarella am Gesamtabsatz von Käse im Gastrogrosshandel 36,5 Prozent. Seine Anteile am Gesamtumsatz beliefen sich in diesem Vertriebskanal auf 24,3 Prozent. Darüber hinaus erreichten Gruyère (9,6 %), Grana Padano (7,7 %) und Raclettekäse (6 %) relativ hohe Umsatzzahlen, wie auch Cheddar und Mascarpone. Nicht jede Käsesorte fällt sowohl mengen- wie auch umsatzmässig gleich stark ins Gewicht. Dieser Unterschied ist unter anderem auf das Preisniveau zurückzuführen, das von verschiedenen Faktoren wie Milchgehalt, Qualität und Beliebtheit der einzelnen Käsesorten beeinflusst wird.
Der Erfolg von Mozzarella im Gastrogrosshandel lässt sich unter anderem auf seine vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten zurückführen. Auch kommt er in beliebten Speisen wie Pizza und Salaten häufig zum Einsatz und ist preislich attraktiv.

© BLW, Fachbereich Marktanalysen; Grossopanel AG, Stans

© BLW, Fachbereich Marktanalysen; Grossopanel AG, Stans

Daten und Abbildungen

Daten und Abbildungen Milch November 2025

Hier finden Sie alle Daten und Quellangaben zu den Abbildungen.

XLSX    |    07.11.2025

Leichte Preisabnahme

Die Preise der meisten analysierten Käsesorten im Gastrogrosshandel lagen 2024 etwas tiefer als im Vorjahr. So wurde bei Gruyère (−1,9 % auf 18.13 Fr./kg) und Mozzarella (−1,9 % auf 8.42 Fr./kg) ein Preisrückgang beobachtet. Raclettekäse verteuerte sich hingegen ganz leicht (+0,9 % auf 13.51 Fr./kg). Von den wichtigsten untersuchten Käsesorten kostet Mozzarella – der am häufigsten verkaufte Käse – am wenigsten. Obwohl die Preise für die meisten beobachteten Käsesorten zurückgingen, nahm der Käseabsatz insgesamt zu, was eine Umsatzsteigerung zur Folge hatte.

© BLW, Fachbereich Marktanalysen; Grossopanel AG, Stans

UHT-Vollmilch ist die am meisten verkaufte Konsummilch im Gastrogrosshandel

Im Berichtsjahr stieg das Verkaufsvolumen von Konsummilch im Gastrogrosshandel gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent auf 31,17 Millionen Liter. Auch der Gesamtumsatz nahm zu (+1,8 % auf 41,71 Mio. Fr.). Die grösste Umsatzsteigerung verzeichnete UHT-Vollmilch (+5,5 %). Sie ist die mit Abstand meistverkaufte Konsummilch im Gastrogrosshandel. Ihr Verkaufsanteil in diesem Vertriebskanal betrug im Berichtsjahr 75 Prozent. Der UHT-Milchdrink folgt an zweiter Stelle mit einem Marktanteil von 10,4 Prozent. Die Marktanteile von UHT-Vollmilch und UHT-Milchdrink erreichten 71,1 Prozent respektive 10,2 Prozent des generierten Umsatzes. Auf andere Konsummilchsorten wie Hochpast-Milch und laktosefreie Milch entfällt ebenfalls ein relativ hoher Anteil des Umsatzes. Dahingegen erreichen pasteurisierter Milch und Magermilch in diesem Vertriebskanal nur sehr geringe Marktanteile. Mengenmässig lagen sie bei 3,6 Prozent (pasteurisierte Vollmilch) respektive 1 Prozent (UHT-Magermilch).
Mehrere Faktoren erklären die unterschiedlich ausfallenden Marktanteile dieser Produkte, darunter die Höhe des Fettgehaltes und die Haltbarkeitsdauer der Konsummilch im Gastrogrosshandel. Branchenexperten zufolge sind die relativ lange Haltbarkeit der UHT-Milch und der angenehme Geschmack von Milch mit relativ hohem Fettgehalt Faktoren, die zum Erfolg dieser Milchsorten im Gastrogrosshandel beitragen.

© BLW, Fachbereich Marktanalysen; Grossopanel AG, Stans

© BLW, Fachbereich Marktanalysen; Grossopanel AG, Stans

Pasteurisierte Milch teurer als UHT-Milch

Im Berichtsjahr entwickelten sich die Preise für die in diesem Vertriebskanal meistverkauften Konsummilchsorten im Vergleich zum Vorjahr sehr unterschiedlich. So wurde bei pasteurisierter Vollmilch ein Preisanstieg (+3 % auf 1.69 Fr./l) festgestellt, während beim pasteurisierten Milchdrink eine Preisabnahme (−1,8 % auf 1.70 Fr./l) zu verzeichnen war. Bei UHT-Vollmilch war eine sehr geringfügige Preiszunahme (+0,9 % auf 1.27 Fr./l) zu beobachten. Die Preise für UHT-Milchdrink und UHT-Magermilch blieben so gut wie unverändert. Die untersuchten Preise für pasteurisierte Milch lagen über den Preisen für UHT-Milch. Im Vergleich zur UHT-Vollmilch liess sich im Jahr 2024 mit pasteurisierter Vollmilch durchschnittlich ein um 43 Rappen höherer Literpreis erzielen (+34 %).

© BLW, Fachbereich Marktanalysen; Grossopanel AG, Stans

Analysen