Veröffentlicht am 11. Mai 2026

Kernobstmarkt: Neue Infografik zeigt die Zusammenhänge

Früchte und Gemüse
Die Vermarktung von Äpfeln und Birnen war im Erntejahr 2024/25 anspruchsvoll: Es gab eine gute Ernte uns somit ein grosses Inlandangebot. Dies führte jedoch zu Preisdruck. Unsere neue interaktive Infografik zeigt die Mengenströme und Preise entlang der Wertschöpfungskette. Erkunden Sie selbst, wo das Obst angebaut und wie es vermarktet wurde.
Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen BLW
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© BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen; Superdot.studio

Von der Produktion zum Konsum: die Zahlen auf einen Klick

Die interaktive Infografik zeigt je nach Ihrer Auswahl den Schweizer Apfelmarkt oder den Schweizer Birnenmarkt. Dargestellt sind die Anbauflächen von Tafelkernobst sowie die Verkaufsmengen und Preise von Tafel- und Mostkernobst entlang der Wertschöpfungskette. Berücksichtigt ist auch Obst, das in dieser Zeit importiert und exportiert wurde. Angegeben sind die Zahlen für die Kampagne 2024/25, die von der Ernte 2024 (August) bis Juli 2025 dauert.

Wallis und Thurgau sind Spitzenreiter im Anbau von Tafelkernobst

Der Apfel ist die beliebteste Schweizer Frucht, und das zeigt sich auch bei der Anbaufläche: 2024 wurden auf 3269 Hektaren Äpfel für den Frischkonsum (Tafelware) angebaut. Kein anderes Obst wird auf so viel Fläche angebaut. Birnen sind ein weiteres bedeutendes Kernobst der Schweiz. Sie werden mit 717 Hektaren jedoch auf deutlich weniger Fläche angebaut. Das meiste Tafelkernobst wird in den Kantonen Wallis und Thurgau angebaut.
In der Flächenstatistik berücksichtigt sind Kernobstanlagen, die Tafeläpfel bzw. Tafelbirnen produzieren, das heisst Ware für den Frischkonsum. Mostobst, das vor allem für die Saftproduktion verwendet wird, kommt vorrangig von Hochstammbäumen. Hierfür sind keine genauen Flächendaten verfügbar.

Gute Ernte prägte Wertschöpfungskette

Die Ernte 2024 fiel für Äpfel und Birnen aussergewöhnlich hoch aus aufgrund der günstigen Witterungsbedingungen. Schweizer Produzentinnen und Produzenten haben 113 518 Tonnen Äpfel und 19 481 Tonnen Birnen in Tafelqualität geerntet. Dies sind gegenüber den Vorjahren hohe Werte. Ebenso gab es beim Mostobst aussergewöhnlich hohe Mengen, die verarbeitet wurden.
Der Grosshandel ist der primäre Absatzkanal für das Tafelkernobst. 71 Prozent der produzierten Tafeläpfel und 83 Prozent der produzierten Tafelbirnen wurden 2024/25 über diesen Kanal vermarktet. Das als Bio- und Nicht-Bio ausgewiesene Tafelkernobst stammt der Schweiz. Für importierte Tafeläpfel und Tafelbirnen ist das Produktionssystem nicht bekannt. Sie machten mit 3717 Tonnen bei Äpfeln rund vier Prozent der im Grosshandel als Tafeläpfel vermarkteten Mengen aus (Total: 84 683 t). Bei Birnen machten Importe mit 4597 Tonnen rund 22 Prozent der auf Stufe Grosshandel vermarkteten Tafelbirnenmengen aus. Der im Vergleich zu Äpfeln höhere Importanteil bei Birnen ist vor allem auf ihre geringere Lagerfähigkeit zurückzuführen; daneben beeinflussen auch Produktionsstruktur, Sortenwahl und Marktanforderungen die Importabhängigkeit.
Der primäre Absatzkanal für Tafeläpfel und Tafelbirnen ist der Detailhandel: 59 444 Tonnen Äpfel und 13 952 Tonnen Birnen wurden 2024/25 hier vermarktet. Nur sehr wenig Schweizer Kernobst geht in den Export, denn die Produktionskosten sind im Ausland tiefer als in der Schweiz. Gegenüber dem Vorjahr wurde im Erntejahr 2024/25 mit 2580 Tonnen jedoch eine unüblich hohe Menge an Äpfeln exportiert. Wegen der hohen Lagerbestände bei Tafeläpfeln bestand ein erhöhter Absatzbedarf, der aufgrund der Nachfrage im benachbarten Ausland in der Periode 2024/25 durch gesteigerte Exporte gedeckt werden konnte.

Preisrückgänge entlang der Wertschöpfungskette

Mit den hohen Mengen kam es in der Periode 2024/25 auch zu Preisrückgängen auf den verschiedenen Wertschöpfungsstufen. Die Preise der Hauptsorten für die verschiedenen Wertschöpfungsstufen sind separat abgebildet. Gala ist die beliebteste Sorte: Sie machte im Erntejahr 2024/25 mit 30 001 Tonnen rund 37 Prozent der Tafelapfel-Verkaufsmengen im Grosshandel aus. Danach folgen Golden mit 11 582 Tonnen und Braeburn mit 9667 Tonnen.
Von den drei Hauptsorten war Golden 2024/25 der günstigste Apfel auf den Wertschöpfungsstufen Produktion bzw. Grosshandel, sowohl im Bio- wie auch im Nicht-Bio-Segment. Auf Stufe Produktion lag er bei 1.00 CHF/kg, 20 Prozent günstiger als im Vorjahr (1.25 CHF/kg, siehe Agrarbericht).
Im Detailhandel war Gala in der Periode 2024/25 die günstigste der drei Hauptsorten, mit einem durchschnittlichen Preis von 2.95 CHF/kg für KlasseI (Nicht-Bio) und 5.50 CHF/kg für Bio. Das ist insofern interessant, weil es Ende 2024 im Detailhandel eine Preissenkung bei vielen Produkten des Früchte- und Gemüsesegments gab. Diese Preisanpassung im Detailhandel betraf Gala stärker als die anderen Apfelsorten. So lag der Preis von Gala Klasse I um 12,4 Prozent unter dem Preis der Vorperiode 2023/24 (3.37 CHF/kg). Die anderen Hauptsorten verzeichneten weniger starke Preisrückgänge gegenüber der Vorperiode. Deshalb war Golden Klasse I mit einem Preis von 3.04 CHF/kg nicht mehr günstiger als Gala, wie er es noch in der Vorperiode war (2023/24: 3.30 CHF/kg, Rückgang: -8 %). Auch die Bio-Preise wurden beim Gala-Apfel stärker nach unten angepasst als bei den anderen Sorten.

Erkunden Sie den Apfel- und Birnenmarkt

Die Infografik ist ab jetzt auf unserer Marktseite Früchte und Gemüse aufgeschaltet. Weitergehende Informationen zur Infografik und Angaben zu den Datenquellen finden Sie im FAQ-Dokument.

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