Veröffentlicht am 20. August 2026

Pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten: Verlangsamung des Nachfragewachstums

Milch- und Fleischalternativen
Der Absatz von pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten im Schweizer Detailhandel ist zwischen 2021 und 2024 um 8,2 Prozent gestiegen und danach zwischen 2024 und 2025 praktisch unverändert geblieben. Trotz des generellen Wachstums machen diese Produkte im Vergleich zu Milchprodukten nach wie vor einen kleinen Marktanteil aus (3,9 % im Jahr 2025). Die pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch erreichen mit 43 Prozent im Jahr 2025 den grössten Marktanteil innerhalb des gesamten Segments, was hauptsächlich dem Erfolg von Haferdrinks zuzuschreiben ist.
Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen BLW
Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen BLW

© Gabriela Brändle, Agroscope

Kontext und Inhalt der Studie

Angesichts der zunehmenden Besorgnis bezüglich Klimawandel, Tierwohl und gesunder Ernährung haben sich pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten im Schweizer Detailhandel in den letzten Jahren erfolgreich etabliert. Das Interesse an Informationen zu diesem Marktsegment ist entsprechend gestiegen. Die vorliegende Studie beantwortet insbesondere Fragen zur Entwicklung des Absatzes, der Marktanteile und der Preise verschiedener pflanzlicher Alternativen zu Milchprodukten im Detailhandel.
Untersucht wurden pflanzliche Alternativen zu folgenden Milchproduktgruppen: Konsummilch, Käse, Milchgetränke, Jogurt, Konsumrahm, Desserts, Quark, Speiseeis und Butter. Die Produktgruppe der pflanzlichen Alternativen zu Quark wurde in der Analyse nicht immer separat betrachtet, weil ihr Marktanteil vernachlässigbar klein ist. Neben einer Analyse des Schweizer Marktes umfasst die Studie zudem einen kurzen Überblick über die europaweite Entwicklung des Marktes für pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten. Die Mehrheit der Daten stammen von NielsenIQ Switzerland.

Begleitinformationen

Unter der Bezeichnung «pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten» lassen sich eine Vielzahl von Produkten subsumieren. Im Allgemeinen umfasst sie alle pflanzenbasierten Produkte, die die Milchprodukte und ihre zahlreichen Merkmale (etwa hinsichtlich Textur und Geschmack, als Proteinquelle oder als fester Bestandteil der täglichen Essgewohnheiten) ersetzen sollen. In der vorliegenden Studie wird der Begriff der pflanzlichen Alternative plus der Name des Milchproduktes, das damit ersetzt werden soll, verwendet. Beispiel: «pflanzliche Alternativen zu Käse».
Die Bezeichnung «pflanzliche Alternativen» wird verwendet, um auf die pflanzliche Herkunft der Rohstoffe, aus dem das Produkt hergestellt wird, hinzuweisen. Bei den Milchprodukten wird auf einen solchen Hinweis verzichtet, da diese grundsätzlich tierischer Herkunft sind. So bezieht sich etwa der Begriff «Käse» auf Käse tierischen Ursprungs. Margarine, ein Produkt, das seit vielen Jahren als pflanzliche Alternative zu Butter erhältlich ist, wird ebenfalls zu den pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten gezählt. Der Begriff «pflanzliche Alternativen» wird in dieser Studie verwendet, um sämtliche pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten zu bezeichnen.

Das Wichtigste in Kürze

Die vorliegende Studie untersucht die Marktentwicklung der pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten im Schweizer Detailhandel von 2021 bis 2025.
Über die letzten fünf Jahre betrachtet hat die Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten zwischen 2021 und 2024 relativ stark zugenommen, bevor sie dann zwischen 2024 und 2025 praktisch unverändert geblieben ist. Der mit pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten erzielte Umsatz hat sich von 170,25 Millionen Franken im Jahr 2021 auf 184,27 Millionen Franken im Jahr 2024 erhöht, was einem Zuwachs um 8,2 Prozent entspricht. 2025 belief er sich auf 184,34 Millionen Franken (+0,03 % zwischen 2024 und 2025). Allerdings fiel das Wachstum der Nachfrage in den letzten fünf Jahren relativ gering aus im Vergleich zum Boom zwischen 2017 und 2021, als der Zuwachs bei knapp 80 Prozent lag. So haben sich die Zuwachsraten bei der Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten seit 2021 deutlich abgeschwächt.
Im Schweizer Detailhandel besetzen die pflanzlichen Alternativen im Vergleich zum Umsatz der Milchprodukte eine Nischenposition. Ihr Marktanteil stieg jedoch von 3,8 Prozent im Jahr 2021 auf 4,0 Prozent im Jahr 2024, bevor er im Jahr 2025 wieder leicht zurückging auf 3,9 Prozent.
Die pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch verzeichnen den weitaus höchsten Umsatz, wobei ihr Marktanteil stetig stieg und sich im Jahr 2025 auf 43 Prozent des Gesamtumsatzes der pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten belief. Dadurch kommt ihnen eine zentrale Bedeutung zu. Die Marktanteile der übrigen pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten sind hingegen leicht rückläufig, mit Ausnahme der pflanzlichen Alternativen zu Rahm.
Die Preise für pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten sind in den letzten drei Jahren insgesamt leicht gesunken. Sie bleiben jedoch bedeutend höher als jene der entsprechenden Milchprodukte, ausser bei Margarine. Am grössten war der Preisunterschied im Jahr 2025 bei den pflanzlichen Alternativen zu Jogurt (+65,2 %), am kleinsten bei den pflanzlichen Alternativen zu Rahm (+2,9 %).
Haferdrink ist im Schweizer Detailhandel die meistverkaufte pflanzliche Alternative zu Konsummilch. Der Umsatzanteil von Haferdrink am gesamten Segment der pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch ist rasant gewachsen, und zwar von 44 Prozent im Jahr 2021 auf 58 Prozent im Jahr 2025. Das heisst knapp drei von fünf im Schweizer Detailhandel verkauften pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch sind Haferdrinks. Die pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch sind vor allem bei jungen, gutverdienenden Familien beliebt.
Die Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen zu Milch und Milchgetränken ist zwischen 2023 und 2025 nicht nur im Detailhandel der Schweiz, sondern auch in anderen europäischen Ländern markant gewachsen. Ein Vergleich des Absatzes dieser pflanzlichen Getränke in fünf europäischen Ländern 2025 ergibt, dass Deutschland den grössten Markt für pflanzliche Alternativen zu Milch und Milchgetränken bietet, gefolgt von Spanien. Beim Umsatzwachstum zwischen 2024 und 2025 belegt die Schweiz hinter Frankreich und Deutschland den dritten Platz. Gemessen an den Pro-Kopf-Ausgaben im Jahr 2025 belegt die Schweiz hingegen vor Deutschland den ersten Platz.
2025 entfielen 81 Prozent des mit pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch erzielten Umsatzes im Schweizer Detailhandel auf Produkte ausländischer Herkunft. Der Anteil der pflanzlichen Alternativen schweizerischer Herkunft bleibt damit gering.

Marktanalyse

Pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten sind Nischenprodukte

Basierend auf den Daten des kombinierten Retail- und Konsumentenpanels von NielsenIQ Switzerland betrug der Gesamtumsatz von Milchprodukten und pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten, die für diese Analyse berücksichtigt wurden, im Schweizer Detailhandel im Jahr 2025 knapp 4,77 Milliarden Franken. Den grössten Anteil an diesem Gesamtumsatz erzielt Käse (41,5 %), nämlich rund 1,98 Milliarden Franken. Danach folgen – gemessen an den Marktanteilen – andere Milchprodukte wie Jogurt (10,3 %), Konsummilch (10,2 %), Speiseeis (8,0 %), Konsumrahm (7,3 %), Milchgetränke (6,9 %), Butter (6,5 %), Quark (3,1 %) und Desserts (2,4 %). Der mit pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten erzielte Umsatz stieg von 170,25 Millionen Franken im Jahr 2021 auf 184,34 Millionen Franken im Jahr 2025, was einer Zunahme um 8,3 Prozent entspricht. Verglichen mit dem Umsatz der verschiedenen Milchprodukte von rund 4,58 Milliarden Franken nehmen die pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten eine Nischenposition ein. Der umsatzbezogene Marktanteil der pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten am Gesamtmarkt (Milchprodukte und ihre pflanzlichen Alternativen zusammengenommen) belief sich 2025 auf 3,9 Prozent. Damit ist er gegenüber 2024 leicht zurückgegangen (-0,1 %).

© BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen; NielsenIQ Switzerland, Retail/Consumer Panel

© BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen; NielsenIQ Switzerland, Retail/Consumer Panel

Nachlassende Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten

Zwischen 2017 und 2021 boomte die Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten im Schweizer Detailhandel und der Umsatz nahm mit einem Plus von fast 80 Prozent deutlich zu. Von 2021 bis 2024 hat sich dieser Zuwachs beträchtlich verlangsamt und lag bei 8,2 Prozent. Zwischen 2024 und 2025 hat sich der Umsatz kaum verändert (+0,03 %), womit die im Jahresvergleich seit 2021 schwächste Zunahme verzeichnet wurde.
Das stärkste Umsatzwachstum im Untersuchungszeitraum (2021–2025) wurde zwischen 2022 und 2023 (+4,55 %) verbucht, bevor sich die Nachfrage in den letzten beiden Jahren abschwächte. Die jährlichen Pro-Kopf-Ausgaben für pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten sind indessen von 2021 bis 2024 gestiegen (von 19.48 auf 20.36 Fr.) und 2025 wieder leicht gesunken (auf 20.20 Fr.).
Bei den Milchprodukten hat der Umsatz zwischen 2024 und 2025 um 3 Prozent zugelegt, während jener der pflanzlichen Alternativen nahezu gleich geblieben ist. Beim Umsatz lassen sich jedoch sowohl im Marktsegment der Milchprodukte als auch in jenem der pflanzlichen Alternativen je nach Produktgruppe unterschiedliche Entwicklungen feststellen. So ist der Umsatz bei Konsummilch tendenziell rückläufig, während er bei den pflanzlichen Alternativen eher steigt. Die pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch scheinen folglich auf Kosten der Konsummilch Marktanteile dazuzugewinnen.

© BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen; NielsenIQ Switzerland, Retail/Consumer Panel

© BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen; NielsenIQ Switzerland, Retail/Consumer Panel; BFS

Pflanzliche Alternativen zu Konsummilch dominieren den Markt

Nach dem Vergleich des Marktes der pflanzlichen Alternativen mit dem Gesamtmarkt, geht es nun um die jeweiligen Marktanteile und um deren Entwicklung innerhalb des Marktsegments der pflanzlichen Alternativen.
Werden dabei die von den verschiedenen pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten erzielten Umsätze betrachtet, zeigt sich, dass die pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch eine zentrale Rolle einnehmen. Sie generieren den mit Abstand höchsten Umsatz und erreichen einen koninuierlich steigenden Marktanteil, der 2025 bei 43 Prozent aller pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten lag (gegenüber 36 % im Jahr 2021). An zweiter Stelle folgt Margarine mit einem Umsatzanteil von 23 Prozent, dahinter kommen die pflanzlichen Alternativen zu Jogurt mit 15 Prozent des Gesamtumsatzes. Deutlich tiefer sind die Marktanteile der pflanzlichen Alternativen zu Käse (6 %) und zu Rahm (4 %).
Zwischen 2021 und 2025 waren die Marktanteile aller pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten tendenziell leicht rückläufig, mit Ausnahme der pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch und zu Rahm.
Branchenexperten zufolge etablieren sich pflanzliche Alternativen zur Konsummilch zunehmend in den täglichen Konsumgewohnheiten und werden heute vor allem von bestehenden Käuferinnen und Käufern getragen. Die in diesem Bericht beobachtete Verlangsamung der Wachstumsdynamik zeigt, dass pflanzliche Alternativen zur Konsummilch mittlerweile eine etablierte Produktkategorie sind. Neben gesundheitlichen oder ethischen Überlegungen spielen heute auch der Geschmack, die Verwendung im Kaffee sowie neue Konsumgelegenheiten eine wachsende Rolle. Gleichzeitig trägt die zunehmende Präsenz dieser Produkte auf dem Ausser-Haus-Verpflegungsmarkt dazu bei, dass Konsumentinnen und Konsumenten sie kennenlernen und in ihre Ernährungsgewohnheiten integrieren.

© BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen; NielsenIQ Switzerland, Retail/Consumer Panel

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Unterschiedliche Entwicklung der Nachfrage nach verschiedenen pflanzlichen Alternativen

Bei der Umsatzentwicklung zwischen 2021 und 2025, die mit der durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate gemessen wird, ist für manche pflanzliche Alternativen ein Rückgang zu verzeichnen, während andere zugelegt haben. Bei den pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch (+6,7 %) und den Alternativen zu Rahm (+13,0 %) ist der Umsatz steigend, die pflanzlichen Alternativen zu Käse (-4,6 %), zu Speiseeis (-6,0 %) und zu Desserts (-11,9 %) sind hingegen rückläufig. Auch beim Vergleich des Umsatzes von 2025 mit jenem des Vorjahres ergibt sich ein Wachstum für die pflanzlichen Alternativen zu Milch und Rahm, während die meisten anderen pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten weniger Umsatz erzielten.

© BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen; NielsenIQ Switzerland, Retail/Consumer Panel

Unterschiedliche Entwicklung der Preise für pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten

Die als Unit Value berechneten Preise (Umsatz dividiert durch Menge) haben sich zwischen 2021 und 2025 unterschiedlich entwickelt. So sind die Preise für pflanzliche Alternativen zu Rahm (+7,7 % auf 8.20 Fr./l) und Margarine (+15,4 % auf 9.30 Fr./kg) gestiegen. Bei den pflanzlichen Alternativen zu Käse ist hingegen ein Preisrückgang zu beobachten (-13,9 % auf 27.30 Fr./kg). Die Preise für pflanzliche Alternativen zu Konsummilch (+0,3 % auf 2.70 Fr./l) und zu Jogurt (-0,7 % auf 7.30 Fr./kg) sind relativ stabil geblieben.
Die Beobachtung der Preise zwischen 2023 und 2025 zeigt eine leicht rückläufige Entwicklung für alle pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten. Die Preise der pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten haben sich in den letzten Jahren nicht signifikant verändert – doch wie sieht es bei den Preisunterschieden gegenüber den Milchprodukten aus?

© BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen; NielsenIQ Switzerland, Retail/Consumer Panel

Geringerer Preisunterschied zwischen Milchprodukten und ihren pflanzlichen Alternativen

Die Preisunterschiede zwischen Milchprodukten und ihren pflanzlichen Alternativen variieren je nach Produktgruppe. Mit Ausnahme der Margarine sind die betrachteten pflanzlichen Alternativen teurer als die entsprechenden Milchprodukte. Am grössten fiel der Preisunterschied 2025 bei den pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch (+64,4 %), den pflanzlichen Alternativen zu Jogurt (+65,2 %) und den pflanzlichen Alternativen zu Käse aus (+59,8 %). Die pflanzlichen Alternativen zu Rahm unterscheiden sich preislich am wenigsten vom Produkt tierischen Ursprungs (+2,9 %).
Bei der Entwicklung der Preisunterschiede über die letzten fünf Jahre lässt sich tendenziell ein Preisrückgang bei der Mehrheit der pflanzlichen Alternativen feststellen. So hat sich der Preisunterschied zwischen 2021 und 2025 bei den pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch von 80,9 Prozent auf 64,4 Prozent, bei den pflanzlichen Alternativen zu Käse von 92,1 Prozent auf 59,8 Prozent und bei den pflanzlichen Alternativen zu Jogurt von 81,9 Prozent auf 65,2 Prozent verkleinert. Margarine, das seit vielen Jahren angebotene pflanzliche Alternativprodukt, kostet hingegen weiterhin weniger als Butter (-46,1 % im Jahr 2025).

© BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen; NielsenIQ Switzerland, Retail/Consumer Panel

Haferdrink steht hoch im Kurs

Nach der Analyse der verschiedenen pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten wird das Augenmerk nun auf die zentrale Produktgruppe der pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch gelegt.
Wie bereits erwähnt, erzielen die pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch auf dem Markt der pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten den höchsten Umsatz und nehmen somit in diesem Marktsegment einen wichtigen Platz ein.
Hafer-, Mandel-, Soja- und Reisdrink sind die vier pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch, die im Schweizer Detailhandel am häufigsten verkauft werden. Weitere pflanzliche Alternativen zu Konsummilch sind Kokos-, Erdnuss-, Cashew-, Haselnuss-, Dinkel-, Erbsen-, Hirse- und Hanfdrink. Haferdrink ist im Schweizer Detailhandel die meistverkaufte pflanzliche Alternative zu Konsummilch. Der Umsatzanteil von Haferdrink am Marktsegment der pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch ist von 44 Prozent im Jahr 2021 auf 58 Prozent im Jahr 2025 rasant gestiegen und macht den grössten Marktanteil aus.
Entsprechend zurückgegangen ist der kumulierte Umsatzanteil der anderen pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch, nämlich von 56 Prozent im Jahr 2021 auf 42 Prozent im Jahr 2025. Haferdrink hat sich damit als wichtiges aufstrebendes Produkt mit starker Wachstumsrate etabliert, das den Markt der pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch im Schweizer Detailhandel aktuell dominiert. So hat das Hafergetränk Marktanteile dazugewonnen, während andere pflanzliche Alternativen zu Konsummilch Anteile eingebüsst haben.

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Pflanzliche Alternativen zu Konsummilch sind vor allem bei jungen, gutverdienenden Familien beliebt

Eine kurze Analyse nach soziodemografischen Merkmalen der Konsumentinnen und Konsumenten zeigt einige Trends zur Bereitschaft, pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten zu kaufen.
Pflanzliche Alternativen zu Konsummilch werden häufiger von Haushalten nachgefragt, deren haushaltführende Person relativ jung ist, im Vergleich zu Haushalten mit älteren haushaltführenden Personen. Auch die Anzahl Kinder im Haushalt hat einen Einfluss auf den Kauf von pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch. Haushalte mit drei oder mehr Kindern kaufen deutlich weniger pflanzliche Alternativen zu Konsummilch als Haushalte mit weniger Kindern. Die Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen wird ausserdem durch das Einkommen der Haushalte mitbestimmt. Es besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem Haushaltseinkommen und der Bereitschaft, pflanzliche Alternativen zu Konsummilch zu kaufen: Haushalte mit einem relativ hohen Einkommen kaufen mehr pflanzliche Alternativen zu Konsummilch als solche mit einem geringeren Einkommen. Diese Trends lassen sich teilweise damit erklären, dass pflanzliche Alternativen zu Konsummilch teurer sind als Konsummilch.

Deutschland als grösster Markt Europas

Die Gesamtnachfrage nach pflanzlichen Alternativen zu Milch und Milchgetränken im Detailhandel ist zwischen 2023 und 2025 nicht nur in der Schweiz, sondern auch in anderen europäischen Ländern deutlich gestiegen. Eine Studie des Instituts GFI Europe hat den Gesamtabsatz pflanzlicher Alternativen zu Milch und Milchgetränken 2025 für fünf europäische Länder verglichen. Daraus geht hervor, dass Deutschland der grösste Markt ist gefolgt von Spanien. Gemäss den Daten von NielsenIQ Switzerland für die Schweiz befindet sich diese beim Vergleich der Wachstumsrate zwischen 2024 und 2025 auf dem dritten Platz (+7,0 %), hinter Frankreich (+13,3 %) und Deutschland (+8,0 %). Bei den Pro-Kopf-Ausgaben im Jahr 2025 belegt die Schweiz (mit 10.1 €/Person) hingegen vor Deutschland (7.6 € /Person) den ersten Platz. Wie in der Schweiz liegt Haferdrink in den meisten betrachteten europäischen Ländern an der Spitze der pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch.
Die obigen Ausführungen machen deutlich, dass die Schweiz ein interessanter Markt für Produzenten von pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch ist. Diese Bedeutung erklärt sich insbesondere durch die Kaufkraft der Schweizer Bevölkerung, die im Vergleich zu den meisten europäischen Ländern durchschnittlich höher ist. Schweizerinnen und Schweizer geben pro Kopf viel Geld aus für pflanzliche Alternativen zu Konsummilch. Der Anteil der Produkte mit Schweizer Herkunft bleibt dabei jedoch gering. 2025 beispielsweise entfielen 81 Prozent des mit pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch erzielten Umsatzes im Schweizer Detailhandel auf Produkte ausländischer Herkunft.

© BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen; NielsenIQ Switzerland, Retail/Consumer Panel

© BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen; NielsenIQ Switzerland; GFI Europe

© BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen; NielsenIQ Switzerland; GFI Europe; Eurostat

Schlussfolgerung

Die Analyse der Umsatzzahlen im Schweizer Detailhandel ergibt, dass die pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten mit einem Marktanteil von 3,9 Prozent für 2025 gegenüber Milchprodukten eine Nischenposition einnehmen. Die Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten ist zwar zwischen 2021 und 2025 um 8,3 Prozent gestiegen, das Wachstum hat sich aber in den letzten zwei Jahren merklich abgeflacht bzw. hat praktisch stagniert. Je nach Produktgruppe sind jedoch unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten.
Pflanzendrinks dominieren den Markt für pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten und verbuchen einen immer grösseren Marktanteil; 2025 lag er bei 43 Prozent. Die anderen Produktgruppen verzeichnen leicht sinkende Marktanteile, mit Ausnahme der pflanzlichen Alternativen zu Rahm. Haferdrink ist der meistverkaufte Pflanzendrink im Schweizer Detailhandel und erreichte 2025 einen Marktanteil von 58 Prozent am Gesamtumsatz der pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch.
Die Preise für pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten sind in den letzten drei Jahren insgesamt leicht gesunken. Sie liegen jedoch für die meisten Produktgruppen weiterhin deutlich über den Preisen für die entsprechenden Milchprodukte tierischen Ursprungs. 2025 betrugen die Preisunterschiede für pflanzliche Alternativen zu Konsummilch 64,4 Prozent und für pflanzliche Alternativen zu Jogurt 65,2 Prozent.
Pflanzliche Alternativen zu Konsummilch sind vor allem bei jungen, gutverdienenden Familien beliebt. Die Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen zu Milch und Milchgetränken ist zwischen 2024 und 2025 nicht nur im Schweizer Detailhandel, sondern auch in anderen europäischen Ländern bedeutend gewachsen. Bei den Pro-Kopf-Ausgaben gehört die Schweiz zu den Ländern, die am meisten ausgeben für pflanzliche Alternativen zu Milch und Milchgetränken. Der Anteil der Produkte schweizerischer Herkunft am Absatz der pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch bleibt allerdings gering.

RETAIL- UND KONSUMENTENPANEL - NIELSEN IQ SWITZERLAND

Die hier analysierten Daten von NielsenIQ Switzerland stützen sich auf zwei verschiedene Datenpanels:
•       das Konsumentenpanel und
•       das Retail- bzw. Scanningpanel.
Das Konsumentenpanel von NielsenIQ Switzerland besteht aus rund 4000 Haushalten der Deutsch- und Westschweiz (ohne das Tessin), die die gesamten Einkäufe jedes Haushaltsmitglieds über ein ganzes Jahr erfassen. Die am Panel beteiligten Haushalte müssen die Einkaufsmengen, die Preise und den Einkaufsort aller eingekauften Produkte angeben.
Im Retail- bzw. Scanningpanel von NielsenIQ Switzerland sind alle Produkte erfasst, die an den Kassen in den Verkaufsstellen der Detailhandelsunternehmen gescannt werden, die im Panel mitmachen. Mit Ausnahme der beiden deutschen Discounter Aldi und Lidl umfasst das Retailpanel alle national relevanten Akteure im stationären Schweizer Detailhandel. Fachhändler, Fachgeschäfte (z. B. Metzgereien) und Direktvermarkter sind im Retailpanel nicht abgebildet. Im kombinierten Panel (Konsumenten- und Retailpanel) können jene Verkaufskanäle, die nicht im Retailpanel enthalten sind (z. B. Aldi, Lidl, Fachhandel) über das Konsumentenpanel geschätzt und zusammen mit dem Retailpanel zu einem globalen Panel für den gesamten stationären Detailhandel (inkl. Onlinehandel) verknüpft werden. Über das kombinierte Retail-/Konsumentenpanel können so genauste Absatz- und Umsatzzahlen zum stationären Schweizer Detailhandel erhoben werden. Das kombinierte Panel bildet die Grundlage der vorliegenden Analyse.

Analysen