Veröffentlicht am 15. Oktober 2026

Entwicklung Agrar- und Lebensmittelpreise 2025: Unterschiede zwischen den Branchen, Parallelen zu den Nachbarländern

Milch und Milchprodukte
Fleisch, Fleisch- und Wurstwaren
Brotgetreide, Mehl und Backwaren
Eier
Kartoffeln und Kartoffelprodukte
Früchte und Gemüse
Bio
Im Jahr 2025 entwickelten sich die Agrar- und Lebensmittelpreise je nach Produkten unterschiedlich. Während die Produzentenpreise für viele Produkte tierischen Ursprungs gestiegen sind, waren sie für zahlreiche pflanzliche Produkte rückläufig. Die Entwicklung der Konsumentenpreise verlief hingegen deutlich differenzierter. Häufig lassen sich ähnliche Tendenzen wie in den Nachbarländern ausmachen, aber die Preise in der Schweiz fallen insgesamt nach wie vor höher aus. Die Preisunterschiede im Bereich der Konsumentenpreise sind jedoch bei den meisten betrachteten Produkten zurückgegangen.
Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen BLW
Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen BLW

© pixabay

1. Produzentenpreise in der Schweiz

In der Tierproduktion tendierten die Produzentenpreise 2025 für Rohmilch, Eier und Schlachtvieh im Vergleich zum Vorjahr nach oben. In der pflanzlichen Produktion waren die Preise für die meisten Gemüsesorten, Brotgetreide und Speisekartoffeln dagegen rückläufig. Bei Äpfeln sind die Preise für die berücksichtigten Sorten auf einem niedrigen Niveau stabil geblieben. Diese Preisentwicklungen sind unter anderem auf veränderte Produktionskosten und die Situation auf Angebotsseite zurückzuführen.

Produzentenpreis für Milch steigt

In der Milchproduktion war das Jahr 2025 von einer Zunahme der vermarkteten Rohmilchmenge (+2,8 %) und einem Anstieg beim Produzentenpreis für Milch (+1,7 %) geprägt. So stieg der Schweizer Produzentenpreis für Milch um 1,27 Rp./kg im Vergleich zum Vorjahr und belief sich auf 76,32 Rp./kg. Der Richtpreis für Molkereimilch im A-Segment hatte im Juli 2024 zugelegt und blieb 2025 unverändert. Der gestiegene Richtpreis für Molkereimilch und die Preiserhöhungen für Milchprodukte trugen zum Anstieg des Produzentenpreise für Milch bei. Seit 2017 hat der Produzentenpreis für Milch kontinuierlich zugenommen und erreichte 2023 seinen Höchstwert, ehe er im Jahr 2024 zurückging, um 2025 wieder anzusteigen. Vergleicht man die Zeiträume 2009–2011 und 2023–2025 so ergibt sich eine Zunahme des Produzentenpreises für Milch um 17,8 Prozent.

Schlachtviehpreise steigen mehrheitlich weiter an

Auf dem Schlachtviehmarkt setzte sich der Aufwärtstrend 2025 in den meisten Kategorien fort. Die Preise für Rindvieh stiegen sowohl in der konventionellen QM-Produktion als auch im Bio-Segment deutlich an. Je nach Kategorie lagen die Produzentenpreise rund 7 bis 8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Besonders kräftig fiel die Erholung bei den Kälbern aus: Nach den Preisrückgängen im Jahr 2024 erhöhten sich die Preise 2025 sowohl im Bio- (+10,6 %) als auch im QM-Segment (+10,9 %). Auch die Lämmerpreise entwickelten sich positiv und legten gegenüber dem Vorjahr bei Bio um 4,3 Prozent und in der QM-Produktion um 5,2 Prozent zu. Unterschiedlich verlief die Entwicklung bei den Schweinen: Während die QM-Preise nochmals leicht um 2,3 Prozent auf 4.52 Fr./kg Schlachtgewicht zunahmen, gingen die Bio-Preise um 2,7 Prozent auf 7.54 Fr./kg Schlachtgewicht zurück.

Steigende Produzentenpreise für Eier

Die Produzentenpreise im Eiermarkt stiegen im Jahr 2025 bei allen Haltungsformen an. So stieg der Produzentenpreis für Bioeier um 5,2 Prozent auf 47,98 Rappen im Vergleich zum Vorjahr. Bei Freilandeiern kam es zu einer Erhöhung um 4,8 Prozent auf 25,28 Rappen. Auch bei den Bodenhaltungseiern stieg der Preis um 7,9 Prozent auf 22,27 Rappen. Langfristig zeigt sich jedoch bei konventionellen Sorten dennoch eine Preissenkung.
Ein Teil dieser allgemeinen Erhöhung lässt sich damit erklären, dass das Töten männlicher Küken in der Eierproduktion im Jahr 2025 schrittweise eingestellt wurde. Gleichzeitig spiegelt diese jüngste Teuerung den allgemeinen Teuerungstrend von Bio- und Freilandeier über die letzten Jahre. Besonders deutlich ist dieser Trend bei den Bioeiern: Die Produzentenpreise stiegen zwischen den Perioden 2002 bis 2004 und 2023 bis 2025 um 17,2 Prozent.

Sinkende Produzentenpreise für konventionelles Brotgetreide

Die Produzentenpreise für Ackerkulturen standen 2025 unter Druck. Besonders betroffen waren Brotgetreide und Futterkulturen, deren Preise mehrheitlich zurückgingen. Die Produzentenpreise für konventionelles Brotgetreide der Brotweizenklassen Top und Klasse I sanken im Erntejahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um rund 2 resp. 3 Prozent – auf 59.99 Fr./100kg resp. 57.29 Fr./100kg. Die Preise von Futterhafer und Körnermais sanken gegenüber dem Vorjahr ebenfalls um 2 Prozent resp. 1 Prozent – auf 29.80 Fr./100kg resp. 36.70 Fr./100kg. Bei Bio-Mahlweizen war im Vergleich zum Vorjahr eine geringe Preiserhöhung feststellbar von 107.2 Fr./100kg auf 107.63 Fr./100kg. Die Preise für konventionellen Futterweizen stiegen im Vergleich zum Vorjahr von 37.32 Fr./100kg auf 37.79 Fr./100kg (+1 %).

Preise von Speisekartoffeln gesunken

Die Produzenten-Richtpreise für Kartoffeln sind bei den beiden bedeutendsten Speisekartoffelkategorien (Nicht-Bio) zwei Jahre in Folge gesunken: Festkochende Speisekartoffeln kosteten 2025 mit 51.57 Fr./100kg rund 8 Prozent weniger als im Vorjahr und 12 Prozent weniger als 2023. Mehligkochende Kartoffeln kosteten 47.39 Fr/100kg und damit 9 Prozent bzw. 10 Prozent weniger als in den Jahren 2024 und 2023. Im Gegensatz dazu galten für Veredelungskartoffeln die verhandelten Fixpreise, womit sie unverändert 50.84 Fr./100kg kosteten.
Im Langzeitvergleich zeigt sich ein deutlicher Preisanstieg: Der Durchschnittspreis der Jahre 2023–2025 lag bei festkochenden Speisekartoffeln 22,7 Prozent über dem Niveau von 2000–2002, bei mehligkochenden bei +19,7 Prozent, und bei Veredelungskartoffeln bei +23 Prozent.

Apfelpreise 2025 bleiben auf tiefem Niveau

Beim Kernobst verzeichneten die zwei betrachteten Apfelsorten 2025 Preise, die auf tiefem Niveau konstant blieben oder gegenüber dem Vorjahr noch leicht zurückgingen. So lag der Richtpreis für Golden Delicious (Nicht-Bio, Klasse I) verglichen mit dem Vorjahr unverändert bei 1.00 CHF/kg. Der Preis von Braeburn fiel von 1.08 Fr./kg auf 1.06 Fr./kg (−1,9 %). Dies dürfte an den überdurchschnittlich hohen Produktionsmengen liegen. Demgegenüber fiel die Birnenproduktion tiefer aus, weshalb der Richtpreis für die Birnensorte Conférence von 1.30 Fr./kg (2024) auf 1.52 Fr./kg stieg.
Im Langzeitvergleich gab es eine Verteuerung: Im Durchschnitt der Jahre 2022–2025 kosteten Golden Delicious +10,8 Prozent, Braeburn +3,1 Prozent und Conférence +29,9 Prozent mehr als in der Periode 2000–2003. Bei Betrachtung dieses langen Zeitraums ist wichtig zu berücksichtigen, dass auch die Produktionskosten gestiegen sind, z.B. durch die Lancierung des Programms «Nachhaltigkeit Früchte». Neu wurde dieses Programm 2025 auch für Kirschen und Zwetschgen eingeführt, was aufgrund des entsprechenden NHF-Nachhaltigkeitszuschlages zu einem Anstieg der Richtpreise führte.

Viele Gemüsepreise gegenüber dem Vorjahr gesunken

Die meisten betrachteten Gemüsearten verzeichneten im Nicht-Bio-Segment zurückgehende Preise. Beim bedeutendsten Gemüse, den Karotten, sank der Produzentenpreis von 1.17 Fr./kg auf 1.11 Fr./kg (−5,1 %). Die höchsten Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahr hatten unter den betrachteten Gemüsearten Kopfsalat, dessen Preis um 8 Prozent zurückging von 1.25 Fr./St. auf 1.15 Fr./St., und Knollensellerie, dessen Preis um 6,7 Prozent zurückging von 2.25 Fr./kg auf 2.10 Fr./kg. Unter den betrachteten Nicht-Bio-Gemüse zeigten nur Salatgurken 2025 einen Preisanstieg: sie kosteten mit 1.44 Fr./St. Rund fünf Prozent mehr als im Vorjahr (1.37 Fr./St).
Im Bio-Segment war die Preisentwicklung gegenüber 2024 uneinheitlich. Während die Preise für Zwiebeln (+5 %), Tomaten und Blumenkohl (je +2 %) sowie Salatgurken (+1 %) anstiegen, sind sie für Karotten (-7 %), Knollensellerie (- 5%) und Kopfsalat (-4 %) gesunken.

2. Konsumentenpreise in der Schweiz

Im Jahr 2025 sind die Konsumentenpreise für die meisten Frischmilchprodukte im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Verschiedene Rindfleischprodukte und Hühnereier aus Bodenhaltung verteuerten sich ebenfalls. Bei den pflanzlichen Produkten war eine rückläufige Entwicklung zu beobachten: Obst und die meisten Gemüsesorten wurden günstiger. Für Brot und Kartoffeln war ebenfalls ein Preisrückgang zu verzeichnen.

Gestiegene Konsumentenpreise für Frischmilchprodukte

Die Konsumentenpreise für die meisten Frischmilchprodukte sind 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Dazu ist anzumerken, dass der Rohstoff (Rohmilch) 2025 ebenfalls einen Preisanstieg verzeichnete. Bei einigen Käsesorten, etwa bei Gruyère AOP und Mozzarella, war ein Preisrückgang zu beobachten. Der langfristige Vergleich der Zeiträume 2000–2002 und 2023–2025 ergibt eine Zunahme der Konsumentenpreise für die meisten Milchprodukte. Nur bei einigen Frischmilchprodukten wie Vollrahm (−29,1 %) und Mozzarella (−29,6 %) gingen die Preise in diesem langfristigen Vergleich zurück.

Uneinheitliche Entwicklung der Konsumentenpreise für Fleisch

Obwohl es bei den Produzentenpreisen mehrheitlich zu Preiserhöhungen kam, entwickelten sich die Konsumentenpreise für Fleisch im Jahr 2025 je nach Produkt unterschiedlich. Im konventionellen (QM-)Segment verteuerten sich insbesondere verschiedene Rindfleischprodukte. So stiegen die Preise für Rindsbraten von der Schulter (+7,3 % auf 33.70 Fr./kg) und Hackfleisch (+4,4 % auf 18.34 Fr./kg), während Entrecôte (–1,0 %) und Rindsplätzli (–8,6 %) günstiger wurden. Auch Schweinefleisch zeigte ein gemischtes Bild: Die Preise für Schweinsbraten von der Schulter legten um 11,1 Prozent zu, Schweinsplätzli blieben nahezu stabil (–0,1 %), während Koteletten (–0,1 %) und Voressen (–1,0 %) leicht günstiger wurden. Bei Kalbfleisch erhöhten sich die Preise für Koteletten (+1,4 %) und Voressen (+2,4 %), während Braten von der Schulter leicht nachgab (–0,6 %). Die Preise für Geflügel und Fleischwaren wie Hinterschinken, Kalbsbratwurst oder Salami blieben insgesamt stabil bis leicht sinkend
Im Bio-Segment stiegen die Preise für verschiedene Rind- und Kalbfleischprodukte deutlich an. Besonders kräftig verteuerten sich Rindsentrecôte (+6,3 %) sowie Kalbsnierstücksteaks (+6,5 %) und Kalbsplätzli (+4,4 %). Demgegenüber gingen die Preise für Bio-Rindshackfleisch (–6,6 %) und Kalbsbraten (–11,1 %) zurück. Bei Schweinefleisch verbilligten sich Bio-Schweinskoteletts (–2,9 %), während Bio-Schweinsplätzli leicht teurer wurden (+2,3 %). Die Preise für Poulet blieben weitgehend stabil; einzig Schenkel verbilligten sich leicht (–0,9 %). Bei Bio-Fleischwaren sind Salami und Wienerli billiger geworden, Cervelat und Bratwurst hingegen teurer.

Markante Preissenkung bei Ruchbrot (500 Gramm)

Im Vergleich zu 2024 sind die Preise für Mehl 2025 leicht gestiegen – einzig der Preis von Ruchmehl ist von 2.21 Fr./kg auf 2.13 Fr./kg gesunken (-3%). Der Preis von Halbweissmehl stieg von 2.10 Fr./kg auf 2.16 Fr./kg (+3%). Auch die Preise für Weissmehl und Mehl im Tiefpreissegment haben sich erhöht (+2% resp. +1%). Bei Ruchbrot (500 Gramm) sinkt der Preis markant von 1.49 Fr./St. auf 1.21 Fr./St. (-19%). Der Preis für Halbweissbrot (500 Gramm) ist um 3 Prozent gesunken, von 1.20 Fr./St. auf 1.16 Fr./St.

Tiefere Konsumentenpreise für Eier aus Bio und Freilandhaltung

Die Konsumentenpreise für Eier entwickelten sich im Jahr 2025 unterschiedlich: Während die Preise für Bodenhaltungseier stiegen, sanken die Preise für Freiland- und Bioeier. So stieg der Preis für rohe Schweizer Bodenhaltungseier um 3,4 Prozent auf 41,61 Rappen. Der Preis für rohe Import-Eier aus Bodenhaltung erhöhte sich ebenfalls um 3,4 Prozent auf 30,19 Rappen. Gekochte Importeier aus Bodenhaltung stiegen sogar um 11,1 Prozent auf 38,83 Rappen im Vergleich zum Vorjahr. Ein Hauptgrund für diese Preissteigerung bei den Importen ist, dass es im Ausland im Jahr 2025 aufgrund von Vogelgrippe-Fällen zu Angebotsknappheiten und entsprechenden Preiserhöhungen kam.
Bei rohen Schweizer Freilandeiern ist hingegen eine Preissenkung von 1,7 Prozent auf 61,61 Rappen zu beobachten. Auch der Preis von rohen Schweizer Bio-Eiern sank um 0,8 Prozent auf 86,04 Rappen. Gekochte Bio-Eier wurden um 0,9 Prozent günstiger und kosten nun 1,32 Franken pro Stück. Da Bio- und Freilandeier gemeinsam den Grossteil der Schweizer Eierproduktion ausmachen, ist eine allgemeine Verbilligung der Konsumenteneierpreise im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Dass die Konsumentenpreise trotz steigender Produzentenpreise gesunken sind, könnte damit zusammenhängen, dass Preisveränderungen, die unter anderem durch die teilweise Abschaffung der Tötung männlicher Küken verursacht wurden, entlang der Wertschöpfungskette nicht vollständig oder zeitgleich weitergegeben wurden.

Kartoffeln mit vielen Tiefpreisen im Nicht-Bio-Segment

Die Preise von Kartoffeln entwickelten sich 2025 im Detailhandel stark nach unten. Bis auf Frühkartoffeln hatten alle betrachteten Produkte im Nicht-Bio-Segment die tiefsten Jahrespreise seit 25 Jahren. So hatten festkochenden Kartoffeln (grüne Linie) in der bedeutendsten Konfektion (2.5kg Sack) einen Preis von nur 1.36 Fr./kg. Dies ist 3,5 Prozent tiefer als der zweittiefste Preis seit 2001, der im Jahr 2021 beobachtet wurde (1.41 Fr./kg). Mehligkochende Kartoffeln der blauen Linie und der roten Linie (Hochtemperatur) sowie Raclette-Kartoffeln haben allesamt ebenfalls Preise unterhalb der 1.50 Fr./kg-Marke. Ein wesentlicher Grund dürfte die Ende 2024 eingeführte Tiefpreisstrategie von einem bedeutenden Detailhändler spielen, welche auch zu Preisanpassungen bei anderen Detailhändlern führte.

Kristallzucker wird günstiger

Im Jahr 2025 nahm der Preis für Kristallzucker im Vergleich zum Vorjahr (um −21,2 % auf 1.99 Fr./kg) ab. Der Vergleich zwischen 2000–2002 und 2023–2025 macht jedoch einen Aufwärtstrend (+57,2 %) deutlich.

Preisrückgänge im Früchtesortiment

Die Konsumentenpreise für die betrachteten Nicht-Bio-Früchte gingen im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr allesamt zurück. Die Apfelsorte Golden Delicious (Klasse I) hatte gegenüber dem Vorjahr einen Preisrückgang von 9,5 Prozent und erreichte 2025 mit einem Preis von 2.94 Fr./kg sogar den tiefsten Jahrespreis der letzten 25 Jahre. Der Preis für Birnen der Sorte Conférence (Klasse I) ist um 0,3 Prozent von 3.18 Fr./kg auf 3.19 Fr./kg gestiegen. Der Jahresdurchschnittspreis von Erdbeeren, der Preise von Inlandware und Auslandware abdeckt, ging besonders stark zurück: Er sank um 17,1 Prozent von 11.83 Fr./kg auf 9,81 Fr./kg zurück.

Gemüse: viele Preisrückgänge im konventionellen Segment

Mit Ausnahme von Salatgurken sind die Konsumentenpreise aller beobachteten Gemüsesorten in der konventionellen Produktion zwischen 2024 und 2025 gesunken. Bei den Zwiebeln und Karotten war der Rückgang mit 23, bzw. 22 Prozent am stärksten, bei Blumenkohl und Kopfsalat mit 7, bzw. 4 Prozent am geringsten.  
Bei den Bio-Produkten sind die Preise für Karotten (-8 %) sowie Salatgurken (-8 %) gesunken, während sie bei den übrigen beobachteten Gemüsesorten zwischen 5 (Knollensellerie) und 19 Prozent (Tomaten) angestiegen sind.
Diese Entwicklung ist langfristig bemerkenswert. Beispielsweise erreichten Karotten, ein sehr wichtiges Produkt im Gemüsemarkt, 2025 ein Zwanzigjahres-Tief. So kosteten Nicht-Bio-Karotten 2025 durchschnittlich 1.51 Fr./kg, deutlich tiefer als der zweittiefste jemals beobachtete Preis, der 1.77 Fr./kg im Jahr 1999 betrug. Bio-Karotten kosteten 2025 2.97 Fr./kg und damit 1.33 Prozent weniger als der zweittiefste Preis, der im Jahr 2004 beobachtet wurde (3.01 Fr./kg).

3. Vergleich mit den Nachbarländern

Im Jahr 2025 lagen die Produzenten- und Konsumentenpreise in der Schweiz generell höher als in den drei untersuchten Nachbarländern Deutschland, Österreich und Frankreich. So waren etwa die Produzentenpreise für Kartoffeln im Ausland deutlich niedriger als in der Schweiz. Bei den Konsumentenpreisen fielen die Preise, zu denen Fleisch im Ausland verkauft wird, besonders tief aus. Am günstigsten sind die meisten Produkte für Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland. Bei der Mehrheit der pflanzlichen Produkte liessen sich in der Schweiz im Zeitraum 2024–2025 ähnliche Preisentwicklungen wie in den Nachbarländern beobachten. Der Vergleich wird jedoch dadurch erschwert, dass bei preisbestimmenden Faktoren Unterschiede zwischen der Schweiz und dem Ausland bestehen.

Die Schweiz im Vergleich mit den Nachbarländern: Die Märkte der einzelnen Länder entwickeln sich 2025 ähnlich, die Preisunterschiede bleiben bestehen

Vergleichbarkeit der Produkte

Produkte aus der Schweiz und den drei Nachbarländern können sich bezüglich Qualität, Label, Verpackung und der enthaltenen Dienstleistungen unterscheiden. Wo kein vergleichbares Produkt gefunden werden konnte, fehlt die Preisangabe. Berücksichtigt wurden die folgenden Produkte: Rohmilch, Fleisch, Eier, Getreide und Ölsaaten, Kartoffeln, Obst und Gemüse.
Aufgrund der genannten Einflussfaktoren fielen die Produzentenpreise im Jahr 2025 in der Schweiz generell höher aus als in den Nachbarländern. Für Milch und Eier waren die Preise in den drei EU-Ländern relativ homogen. Bei Obst und Gemüse zeigten sich hingegen bei einigen Produkten wie etwa bei Äpfeln und Kopfsalat erhebliche Preisunterschiede. In den drei Nachbarländern lagen die Produzentenpreise für Milch bei 59–69 Prozent des Schweizer Preises. Die Preise für Früchte, Gemüse und Kartoffeln waren in den drei Nachbarländern ebenfalls niedriger als in der Schweiz. Die Differenz kann jedoch je nach Land und Produkt stark variieren. So lagen die Produzentenpreise für die verschiedenen Gemüsesorten in den Nachbarländern zwischen 24 und 74 Prozent des Schweizer Preises. Die Produzentenpreise für Kartoffeln lagen in den benachbarten Ländern besonders tief, wobei der tiefste Wert in Deutschland registriert wurde (37 % des Schweizer Preises).
Im Zeitraum 2024–2025 entwickelten sich die Produzentenpreise für die meisten Produkte in der Schweiz und in den Nachbarländern ähnlich. So verzeichneten Produkte tierischen Ursprungs einen Preisanstieg, während die Preise für die meisten pflanzlichen Produkte sowohl in der Schweiz als auch in den benachbarten Ländern zurückgingen. Bei bestimmten Produkten sind die Entwicklungen im Ausland ausgeprägter als im Inland. So sank der Preis für Brotgetreide in Deutschland um 20 Prozent, während der Preisrückgang in der Schweiz 3 Prozent betrug. Bei den Produzentenpreisen nahm die Differenz zwischen der Schweiz und den Nachbarländern für die meisten Produkte tierischen Ursprungs zwischen 2021 und 2025 tendenziell ab. Bei pflanzlichen Produkten war jedoch der gegenteilige Trend zu beobachten: Hier fiel die Differenz ausser bei Kartoffeln grösser aus.

Konsumentenpreise für Fleisch in den Nachbarländern deutlich tiefer

Produktvielfalt

Der Vergleich der Konsumentenpreise erweist sich als noch schwieriger als derjenige der Produzentenpreise, was vor allem an der grösseren Produktevielfalt liegt. Preisunterschiede können sich insbesondere aufgrund der oben genannten Einflussfaktoren ergeben, die von Land zu Land unterschiedlich sind. Berücksichtigt wurden die folgenden Produkte: Milch und Milchprodukte, Fleisch, Eier, Kartoffeln sowie Früchte und Gemüse.
Wie die Produzentenpreise waren auch die Konsumentenpreise im Jahr 2025 im Inland höher als im benachbarten Ausland. Die Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland profitieren bei den meisten Produkten von den tiefsten Preisen. So liegt der Preis für mehligkochende Kartoffeln in Deutschland bei 40 Prozent des Schweizer Preises, in Frankreich dagegen bei 88 Prozent. In den drei Nachbarländern betragen die Detailhandelspreise für Milchprodukte zwischen 38 und 90 Prozent und für Fleisch zwischen 34 und 77 Prozent des Schweizer Preises.
Beim Fleisch sind die Preisunterschiede zwischen der Schweiz und den drei Nachbarländern besonders gross. So zahlen die Konsumentinnen und Konsumenten in diesen drei Ländern für die meisten Fleischarten über 50 Prozent weniger als in der Schweiz. Der Preis für Schweinsplätzli (Stotzen) beträgt in Österreich und in Deutschland 33 respektive 34 Prozent des Schweizer Preises. Bei den Milchprodukten ist der Preisunterschied bei Butter in Deutschland mit 38 Prozent des Schweizer Preisniveaus am grössten.
Im Zeitraum 2024–2025 entwickelten sich die Konsumentenpreise für die meisten pflanzlichen Produkte in der Schweiz und in den Nachbarländern ähnlich. So waren die Preise für die Mehrheit der pflanzlichen Erzeugnisse sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland rückläufig. Bei Produkten tierischen Ursprungs verlief die Entwicklung der Konsumentenpreise in der Schweiz und in den Nachbarländern differenzierter. Zwischen 2021 und 2025 nahm die Differenz zwischen der Schweiz und den Nachbarländern bei den Konsumentenpreisen für die meisten Produkte ab.
Hinweis: Beim Vergleich und der Interpretation der Zahlen der einzelnen Jahre ist Vorsicht geboten, da die Datenquellen und die Produkteigenschaften von Jahr zu Jahr variieren können.

Konsumentenpreise in den Nachbarländern

Preise, Schweiz und Nachbarländer

© FranceAgriMer, Agreste, Insee, GfK Austria, Bundesanstalt Statistik Austria, Bundesanstalt für Agrarwirtschaft Österreich, AMI, GfK (D), BLW

Einflussfaktoren für die Preisunterschiede

In dieser Untersuchung werden die Produzenten- und Konsumentenpreise für verschiedene tierische und pflanzliche Produkte in der Schweiz und in den drei Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Österreich einander gegenübergestellt. Diese werden entlang der gesamten Wertschöpfungskette von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Ein Haupteinflussfaktor ist der höhere oder tiefere Grenzschutz. Von diesem Hauptfaktor hängen viele weitere Faktoren ab, beispielsweise die Betriebsstruktur, die Kosten für einzelne Produktionsfaktoren sowie die Verarbeitungs- und Verteilstrukturen. Rechtsvorschriften und private Standards beeinflussen das Preisniveau ebenfalls. Diese Faktoren sind im Inland und im Ausland nicht immer deckungsgleich. So sind Vergleiche schwierig, weil Daten zu identischen Produkten, die auf einer vergleichbaren Vermarktungsstufe angeboten werden, verfügbar sein müssen.

4. Fazit

Das Jahr 2025 war geprägt von einer heterogenen Entwicklung der Agrar- und Lebensmittelpreise in der Schweiz. Während die Produzentenpreise für Produkte tierischen Ursprungs generell gestiegen sind, insbesondere für Milch, Eier und für einen Grossteil des Schlachtviehs, waren sie für viele Pflanzenerzeugnisse, vor allem für Gemüse, Brotgetreide und Kartoffeln, rückläufig. Diese Entwicklung widerspiegelt in erster Linie Veränderungen auf der Angebotsseite sowie die Entwicklung der Produktionskosten.
Bei den Konsumentenpreise ist eine differenziertere Entwicklung zu beobachten. Für mehrere Frischmilchprodukte, einige Fleischwaren sowie für Eier aus Bodenhaltung sind die Konsumentenpreise gestiegen. Für Obst, fast alle Gemüsesorten, Brot und Kartoffeln sind sie hingegen zurückgegangen. Die Konsumentenpreise von Bio- und Freilandeiern waren trotz steigender Produzentenpreise leicht rückläufig. Bei mehreren pflanzlichen Produkten führten die rückläufigen Konsumentenpreise zu einem rekordmässig tiefen Preisniveau.
Der Vergleich mit Deutschland, Österreich und Frankreich bestätigt, dass sowohl die Produzenten- als auch die Konsumentenpreise in der Schweiz weiterhin höher sind. Besonders grosse Unterschiede lassen sich bei Fleisch und Kartoffeln beobachten. Insgesamt liegen die Preise für die Mehrheit der untersuchten Produkte in Deutschland am tiefsten. Zwischen 2021 und 2025 haben die Unterschiede bei den Konsumentenpreisen zwischen der Schweiz und ihren Nachbarländern für die meisten Produkte tendenziell abgenommen. Bei den Produzentenpreisen hingegen ist für Tierprodukte ebenfalls ein geringerer Unterschied zu verzeichnen, während sich die Preisunterschiede bei fast allen pflanzlichen Produkten vergrössert haben.
Trotz des unterschiedlichen Preisniveaus verlief die Entwicklung zwischen 2024 und 2025 in der Schweiz oftmals ähnlich wie in den Nachbarländern: steigende Preise für Tierprodukte und Preisrückgang für Pflanzenerzeugnisse. Die Resultate der Analyse unterstreichen damit einerseits, dass sich die europäischen Märkte zunehmend angleichen, zeigen aber andererseits auch die strukturellen Besonderheiten des Schweizer Marktes auf. Es wird deutlich, dass Preisanalysen stets vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Produktionskosten, Qualitätsstandards, Produktionssysteme, Label und Vermarktungsbedingungen zu betrachten sind, da diese Faktoren die Preisbildung im jeweiligen Land beeinflussen.

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