Veröffentlicht am 27. März 2026

Produzentenpreis für Milch im Jahr 2025 gestiegen

Milch und Milchprodukte
Der Produzentenpreis für Milch hat sich 2025 um 1,7 Prozent auf 76,33 Rp./kg erhöht. In der EU ist eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. Am stärksten legte der Preis für konventionelle Käsereimilch zu (+2,3 % auf 83,39 Rp./kg). Die Konsumentenpreise für Frischmilchprodukte haben leicht zugenommen, während sie für einige Käsesorten gefallen sind.
Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen BLW
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Produzentenpreis für Milch fiel 2025 höher aus

Der Produzentenpreis für Milch ist ein gewichteter Durchschnitt der von den Erstmilchkäufern an die Milchproduzentinnen und -produzenten ausbezahlten Preise (vgl. Methoden). Seit 2017 ist der durchschnittliche jährliche Produzentenpreis für Milch kontinuierlich gestiegen und erreichte 2023 seinen höchsten Stand, bevor er 2024 zurückging. Im Jahr 2025 stieg er dagegen im Vorjahresvergleich um 1,28 Rappen (+1,7 %) auf 76,33 Rp./kg. Diese Entwicklungen sind auf mehrere Faktoren zurückzuführen, darunter die Produktionskosten, die Verwertungsart und die Marktlage im In- und Ausland. Weiterhin stieg der Richtpreis für Molkereimilch im A-Segment im Juli 2024 und blieb 2025 unverändert. Der Aufwärtstrend beim Produzentenpreis für Milch im Jahr 2025 ist auch auf die positive Entwicklung des Richtpreises zurückzuführen. Der Molkereimilchpreisindex 2025 hat gegenüber dem Vorjahr ebenfalls zugelegt (+1,03 Indexpunkte).
Die produzierte Milchmenge hat 2025 gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent zugenommen. Günstige Witterungsbedingungen und die daraus resultierende gute Futterqualität trugen zum Anstieg der Milchproduktion bei. Die Milchmenge im B-Segment (+8,4 %) ist stärker gestiegen als diejenige im A-Segment (+1,4 %). So erhöhte sich die Milchproduktion im Vergleich zur jeweiligen Vorjahresperiode vor allem in den beiden letzten Monaten des Jahres 2025 (+6,9 % im November und +8,9 % im Dezember). Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich der Richtpreis für Molkereimilch im A-Segment im Februar 2026 negativ entwickelt hat. Diese Entwicklungen könnten zu einer Abnahme des Produzentenpreises für Milch führen. Letzterer ist denn auch im Januar 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 4 Prozent auf 74,33 Rp./kg gesunken. Durch die kontinuierliche Marktbeobachtung wird es möglich sein, die Auswirkungen der Marktentwicklungen auf den Produzentenpreis für Milch zu analysieren.

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Preise unterscheiden sich je nach Produktionsmethode und Milchverwertung

2025 belief sich der Produzentenpreis für konventionelle Milch auf 74,90 Rp./kg, was gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 1,24 Rappen (+1,7 %) entspricht. Der Produzentenpreis für Biomilch erhöhte sich um 1,65 Rappen (+1,8 %) auf 93,86 Rp./kg. Der höchste Preis wurde für Bio-Käsereimilch bezahlt (98,08 Rp./kg für 2025). Bei der konventionellen Produktion legte der Preis für Käsereimilch 2025 stärker zu (+2,3 % auf 83,39 Rp./kg) als der Preis für Molkereimilch (+1 % auf 70,09 Rp./kg). Für Molkereimilch muss am wenigsten bezahlt werden. Sie wird hauptsächlich zu Konsummilch, Butter, Milchpulver, Konsumrahm, Joghurt und Industriekäse (z. B. Mozzarella) verarbeitet.
Hinsichtlich der Marktsegmentierung lässt sich für Molkereimilch im Jahr 2025 für das A-Segment ein Preisanstieg (+2,1 % auf 78,59 Rp./kg) beobachten, während der Preis für das B-Segment praktisch unverändert blieb (53,62 Rp./kg). Der Preis für IP-Suisse Wiesenmilch erhöhte sich 2025 um 1,4 Prozent auf 75,05 Rp./kg. Das sind rund 5 Rappen mehr als der Preis für konventionelle Molkereimilch. Diese Preisunterschiede zeigen, dass die Produktionsmethode und die Art der Milchverwertung die Faktoren sind, die den Produzentenpreis für Milch am stärksten beeinflussen.

© BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen

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Regionale Unterschiede beim Milchpreis

Im regionalen Vergleich (Definition der Regionen: vgl. Methoden) lagen die Produzentenpreise für Milch im Jahr 2025 in der Region 1 mit 83,84 Rp./kg und in der Region 5 mit 79,40 Rp./kg über dem nationalen Durchschnitt. In den anderen Regionen blieben die Milchpreise 2025 unter dem Schweizer Durchschnitt. Diese Unterschiede sind darauf zurückzuführen, dass in den Regionen 1 und 5 für Käsereimilch relativ hohe Preise gezahlt werden. So war der Preis für Milch, die an gewerbliche Käsereien geliefert wird, in der Region 1, in der vorwiegend Gruyère AOP produziert wird, am höchsten (91,93 Rp./kg). In der Region 2, in der hauptsächlich Emmentaler AOP hergestellt wird, war der Käsereimilchpreis dagegen deutlich tiefer (75,62 Rp./kg). Diese Unterschiede zeigen, dass das Endprodukt und seine Beliebtheit auf dem Markt die entscheidenden Faktoren sind, die den Preis für den Rohstoff Rohmilch bestimmen. Die regionalen Preisunterschiede fallen bei Käsereimilch höher aus als bei Molkereimilch.

Käsesorte beeinflusst Produzentenpreis für Milch

Der Produzentenpreis für Käsereimilch hängt wesentlich davon ab, welche Käsesorte aus der Milch hergestellt wird. Vergleicht man die Produzentenpreise des Jahres 2025 für vier wichtige Käsesorten, so zeigt sich, dass die Rohmilch zur Herstellung von Gruyère AOP den höchsten Preis erzielte (91,34 Rp./kg). Am wenigsten kostete hingegen Rohmilch zur Herstellung von Emmentaler AOP (75,41 Rp./kg). Dazwischen liegen die Preise für Rohmilch zur Herstellung von Appenzeller (77,46 Rp./kg) und von Tilsiter (76,41 Rp./kg). 2025 verzeichneten die Milchpreise für alle berücksichtigten Käsesorten, mit Ausnahme von Appenzeller (−0,8 %), einen Anstieg. Hinsichtlich der Käseproduktionsmenge lässt sich für 2025 eine Zunahme für Gruyère AOP (+1,7 % auf 30 817 t), Emmentaler AOP (+3,8 % auf 12 867 t) und Tilsiter (+0,4 % auf 2280 t) und ein leichter Rückgang für Appenzeller (−0,2 % auf 8 075 t) beobachten.

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Höhere Konsumentenpreise für Frischmilchprodukte

Genau wie der Preis für den Rohstoff Rohmilch verzeichneten auch die Konsumentenpreise für die meisten Frischmilchprodukte 2025 einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr. So legten die Detailhandelspreise für Frischmilchprodukte wie UHT-Vollmilch (+2,1 % auf 1.46 Fr./l), Kochbutter (+0,6 % auf 3.89 Fr./250 g) und Vollrahm (+1,2 % auf 3.48 Fr./500 ml) 2025 generell zu. Dagegen nahmen die Detailhandelspreise für bestimmte Käsesorten wie Gruyère AOP (−3,4 % auf 21.9 Fr./kg) und Mozzarella (−3,6 % auf 10.7 Fr./kg) ab.
Bis 2023 waren die Konsumentenpreise für die meisten Milchprodukte drei Jahre in Folge nach oben geklettert, bevor sie 2024 sanken. Diese Tendenz entspricht der Entwicklung der Produzentenpreise für Milch und bestätigt somit die gegenseitige Preisabhängigkeit dieser beiden Stufen der Wertschöpfungskette.

© BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen

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Differenz zwischen der Schweiz und der EU bei den Produzentenpreisen für Milch fällt etwas kleiner aus

Wie in der Schweiz ist der Produzentenpreis für Milch 2025 sowohl in den Nachbarländern (Deutschland, Frankreich und Österreich) als auch in der restlichen EU angestiegen. In Prozent ausgedrückt fiel die Zunahme in der Schweiz (+1,6 % auf 74,50 Rp./kg) jedoch weniger stark aus als in Deutschland (+7,1 % auf 48,77 Rp./kg), in Frankreich (+3,9 % auf 44,24 Rp./kg) und in Österreich (+10,2 % auf 51,25 Rp./kg). In der EU stieg der Produzentenpreis für Milch auf 49,20 Rp./kg (+6,8 %).
Die Produzentenpreise für Milch fallen in der Schweiz generell höher als in den Nachbarländern und in der EU. Die Differenz verringerte sich 2025 etwas und variierte zwischen 23,25 Rp./kg (Österreich), 25,73 Rp./kg (Deutschland) und 30,26 Rp./kg (Frankreich). Mit der EU lag die Differenz bei 25,30 Rp./kg. In den letzten fünf Jahren ist die Differenz zwischen der Schweiz und der EU leicht rückläufig. So verringerte sie sich von 28,45 Rp./kg im Jahr 2021 auf 25,30 Rp./kg im Jahr 2025. In den drei Nachbarländern und in der EU liegen die Produzentenpreise für Milch bei 59 – 70 Prozent des Schweizer Preises. Die für den Vergleich herangezogenen Preise wurden sowohl im In- als auch im Ausland ohne Mehrwertsteuer berechnet.
Die Preise schwanken in der EU in der Regel stärker als in der Schweiz. Diese Schwankungen sind in der Schweiz verzögert zu spüren. Ausserdem wirkt sich die Preisentwicklung von Milchprodukten auf dem europäischen Markt auf den Produzentenpreis für Milch in der Schweiz aus.

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© BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen; Europäische Kommission

Fazit

Im Jahr 2025 sind sowohl die Produzenten- als auch die Konsumentenpreise für Frischmilchprodukte wieder angestiegen, nachdem sie 2024 zurückgegangen waren. Für Käsereimilch nahm der Produzentenpreis stärker zu als für Molkereimilch. Die jeweilige Produktionsmethode, die Verwertungsart, die Produktionskosten und die Marktsituation im In- und im Ausland beeinflussen den Produzentenpreis für Milch und dessen Entwicklung. Der Aufwärtstrend beim Produzentenpreis für Milch im Jahr 2025 spiegelt auch die positive Entwicklung des Richtpreises für Molkereimilch im A-Segment wider. Der Molkereimilchpreisindex hat 2025 ebenfalls zugelegt. Dieser Aufwärtstrend beim Produzentenpreis für Milch war auch in der EU zu beobachten. In den letzten fünf Jahren zeichnete sich bei der Differenz zwischen der Schweiz und der EU ein leicht rückläufiger Trend ab.
Die Milchproduktion hat vor allem in den beiden letzten Monaten des Jahres 2025 zugenommen. Der Richtpreis für Molkereimilch im Segment A entwickelte sich im Februar 2026 negativ. Diese Entwicklungen können zu einem rückläufigen Produzentenpreis für Milch führen. So ist er im Januar 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 4 Prozent gesunken. Durch die kontinuierliche Marktbeobachtung wird es möglich sein, die Auswirkungen der Marktentwicklungen auf den Produzentenpreis für Milch zu analysieren.

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